Freitag, 13. September 2013

La Vida con Guayabas ... ;)

Ich zappele auf meinem Sitz hin und her, auf und ab... mir ist heiß und kalt zugleich. Ich weiß nicht ob ich vor Aufregung zittere oder vor Spannung bebe, aber irgendwas schlägt riesengroße Wellen in meinem Inneren. Der junge Herr neben mir erzählt, dass er Geologe sei, nach Cusco fliegt und noch so vieles mehr, stellt mir allerhand Fragen und ich antworte ihm ... Eine Stunde und 25 Minuten - und irgendwie bin ich ihm sehr dankbar dafür, dass er mich von all dem Unbeschreiblichem, was gerade in mir vorgeht, ablenkt.

Wie wahnsinnig habe ich mich auf diesen Flug gefreut. Lima -Arequipa. 6 Uhr morgens. Der Welt mal wieder beim Aufwachen zuschauen. Diesmal von oben. Unter mir die Anden. Und der sehnsüchtig erwartete Blick auf meine liebgewonnen Vulkane um Arequipa. So schön es auch gewesen wäre... Mein Sitzplatz befindet sich natürlich in der letzten Sitzreihe des Fliegers - ohne Fenster. Ich setze mich und muss laut lachen. Während der Rest der Passagiere schläft, sehe ich lediglich das rosarote Licht der aufgehende Sonne durch den Flieger huschen; beuge mich neugierig nach vorne, nach hinten, links und rechts - nichts. Naja... denke ich, ist auch so ganz schön, und versuche mich zappelnd zu entspannen...

Das Flugzeug hält und als sich die Türen öffnen, macht sich um ich herum bereits die kühle, erfrischende Bergesluft breit. Das Grinsen auf den Lippen wird immer größer, die Knie immer weicher. Ich verabschiede mich von meinem Sitznachbarn und begebe mich zur Tür.
Ein Schritt nach vorne und mein sich erhebender Blick in Richtung Freiheit...
...und so schnell finde ich mich auf der obersten Stufe der Flugzeugtreppe wieder. Ein weiteres Mal den Eingang blockierend. Und ein weiteres Mal steht die Welt - meine Welt - still ---
Ich atme tief ein und aus.
Und schmelze irgendwie dahin.
Vor mir trumpfen die - wie eh und je - schneebedeckten Vulkangipfel des Mistis und Chachanis in den wolkenlosen, tiefblauen Morgenhimmel, die aufegehende Sonne strahlt mir ins Gesicht und tunkt die Stadt in ein sanftes, beruhigendes Licht. Ich breite die Arme aus und flüstere vor mich hin: Da bin ich wieder mi querida Arequipa! Ich lächle und die in den letzten Stunden gesammelten Emotionen lösen sich in ein paar weiche Tränen auf, die mir erfrischend über die Wangen kullern.
Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und steige hinab...

Arequipa.

Durch meinen Kopf geistern die Gedanken udn Gefühle der letzten 11 Monate, die Sehnsüchte und Träume, die Erinnerungen und Erwartungen, und und und.... die mich jeden Tag fernab von hier begleiteten.
All das... um nach kurzer Zeit festzustellen, dass das Hiersein sich doch unheimlich normal anfühlt. Das Verkehrschaos, Gehupe, die Rufe der aus der Bustür hängenden Cobradores - ihr wisst schon: Alguien baja seguro? ya! baja baja baja. Sube sube sube, lleva! - der Geruch von abgestandenem Frittierfett und Abgasen in den Straßen, die Melodie des Müllautos, die freundlich grüßende Senora der Tienda an der Ecke, der Duft frischer Guayabas (Guaven!!!) in den mit Früchten gefüllten Regalen, der Geschmack von Instantcafé Altomayo Peru mit Milch Pura Vida aus der Dose in den Morgenstunden...
und die Details, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Die Schönheit des Wesentlichen.
La bella vida. 
Sumaq kawsay.

und das Gefühl, mal wieder Zuhause zu sein.




Sonntag, 6. Januar 2013

was auch immer das ist...?!

zwischen silvester und neujahr.
eine stadt explodiert.
diesmal heißt sie nicht arequipa,
sondern berlin.
und irgendwie ist es anders, 
aber doch auch gleich.
geschichten wiederholen sich.
oder gefühle.
ausgelöst durch gerüche, geräusche, klänge, gefühle oder solcherlei optische begebenheiten.
und so spielen uns die hinweisreize einen streich,
versetzen uns in stimmungen,
lösen gedanken und gefühle aus,
lassen uns erinnern...
...und darin schwelgen.

geflashbackt träumt man so vor sich hin.
kommt wieder klar...
... oder auch nicht.
und trifft sich selbst an.
irgendwo zwischen dem eigenen kopf und realität.
was auch immer das ist...