Montag, 24. September 2012

lo que me quedará...

Noch einmal Arequipa einatmen. Ganz tief.
Alles in sich aufnehmen, aufsaugen. Damit es bleibt.
Und genießen. Mit jeder Faser des Körpers.
Öfter einmal stehenbleiben, anhalten und sich ganz genau umschauen.
Um nicht das geringste Detail zu verlieren.
Alle Sinne aktivieren.
Das Gefuehl zulassen.
Von Leben.
Arequipa.
Und Leben in Arequipa.
Die Kraft der Sonne und die Kuehle des Windes.
Der Geschmack von Staub und Abgasen und abgestandenem Frittierfett auf den Lippen.
Die Geräusche der sich in die Dämmerung neigenden Stadt.
Autos, Taxis und Kombis - wie immer in ihrem Hupkonzert.
Cobradores.
Vendedores an jeder Ecke.
Genuscheltes Spanisch, oder doch eher ein wohlklingender Singsang.
Gelächter. Getuschel. Geschrei. Diskussionen. Gespräche.

Ich bleibe mitten auf der Straße stehen. Drehe mich ein paarmal um meine eigene Achse.
Mit dem Wunsch, dass es einfach genauso bliebe.
Ich hier. Ohne mich fragen zu muessen, wie oft ich das, was ich so sehr in mein Herz geschlossen habe, noch sehen und erleben darf, dieses Gefuehl, was mich gerade ueberwältigt, genießen darf.

Zu dem Gefuehl von Leichtigkeit, Unbeschwertheit, ja fast Glueckseligkeit gesellen sich die Emotionen der letzten Tage.

Ein Jahr geht vorueber.

Und seitdem ich meinen Rueckflugtermin habe, hat sich etwas verändert. Es ist Anfang Juli. Und obwohl mir noch zwei Monate bleiben, schmerzt mir so vieles bei dem bloßen Gedanken an dieses Datum.
Das war's dann also schon?
So schnell vergeht ein Jahr?
Was ist schon ein Jahr?
Irgendwie zu viel und auch viel zu wenig. Viel zu wenig.

Dieses Wochenende war es besonders intensiv und stärker als jemals zuvor. Das Gefuehl genau hier und genau jetzt zu Hause zu sein. Ein Zuhause gefunden zu haben fernab von Heimat. Auf dem Weg nach Callalli kam mal wieder das Gespräch auf. Was ich hier mache, wie es mir gefiele, wie lange ich bliebe und ob ich zurueckkehren wölle... Und obwohl ich es fast schon nicht mehr hören kann, oder will, gebe ich freundlich die Antworten.
Und in diesem Moment wurde mir klar, was es bedeutet.
Was das alles fuer mich bedeutet.
Wie es sich anfuehlt, wenn sich das Herz spaltet.
Wenn man etwas gefunden hat, was es mas allá nicht gibt.
Wenn man sich in etwas verliebt, was man irgendwie und zumindest fuer eine gewisse Zeit hinter sich lassen muss.
Wenn man vergisst, was man vermisst.

Ich möchte mich gerne auf das freuen, was mich in Deutschland nach einem Jahr erwartet: Familie, Freunde, Ideen und ihre Möglichkeiten, Jahreszeiten, Musik, Sommer in großen, saftig-gruenen Parks und all das, was mir doch irgendwie fehlt(e).
Aber die Faszination. Die Stadt... das Land... das Leben hier... und alles reißt mich tief und bedingungslos in seinen Bann.

Y como me gustaría poder dedicarme a eso...

Mit der Schwierigkeit, die richtigen Worte dafuer zu finden...

Arequipa, Perú... irgendwie bist du ein Teil von mir geworden... und ich auch irgendwie von dir. Wie schön.
Und wie schmerzhaft.

Que placer conocerte. 


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